Geschichte

Vor rund 400 Jahren durfte eine Glaubensgemeinschaft von Kapuzinerinnen die „Schwesterngemeinschaft Namen Jesu“ gründen. Vor den Toren der Stadt Solothurn haben sie ein Kloster errichtet, dessen Bau mit der eigenen Mitgift selber finanziert werden musste. In vier Jahrhunderten hat die Schwesterngemeinschaft Kriege, Krankheiten und verschiedene Begehrlichkeiten überstanden. Die Kapuzinerinnen sind während all dieser Zeit ihren Weg im Glauben gegangen und haben mit Landwirtschaft, Schule sowie der Herstellung und dem Verkauf von Naturheilmitteln ihren Lebensunterhalt bestritten. Heute kann aus Altersgründen lediglich noch die Hostienbäckerei betrieben werden.

Bereits 1660 wurde der Anbau West, das heutige Gästehaus, mit der zweiten Tür gebaut. Der Estrich wurde zur Lagerung von Bodenzinsgetreide verwendet. Im ersten Stock entstanden Zimmer für Kosttöchterlein, Mädchen, für welche die Nonnen Erziehung und Schulung gewährleisteten. Die Zimmer wurden damals auch als Gastzimmer für Elternbesuche benutzt. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde eine Primarschule eingerichtet und betrieben. Diese musste 1969 aus wirtschaftlichen und personellen Gründen aufgegeben werden. Seither beherbergen die Kapuzinerinnen in der „zweiten Tür“ klösterlich zugewandte Gäste und bieten Meditationskurse an. Aus diesem Wandel ist schliesslich auch der Begriff der „Porta Secunda“ entstanden.  

Gemeinschaft

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Die Solothurner Bevölkerung ist historisch und ideell eng mit Ihren Klöstern verbunden. Infolge Nachwuchsmangels mussten trotzdem bereits Klostergemeinschaften aufgegeben werden. Übrig bleiben auf Solothurner Stadtboden bis heute zwei Frauenklöster: das Kloster Visitation und das Kloster Namen Jesu. Und den zwei verbleibenden Häusern droht bei fehlendem Nachwuchs ebenfalls das Aus. Längst machen sich die betagten Schwestern darum Gedanken über den bestmöglichen Erhalt ihrer Philosophie und ihres Ortes des Rückzugs. Dabei blicken sie mutig über die Mauern hinaus und prüfen zukunftsorientierte Modelle. Derzeit zählt die Schwesterngemeinschaft im Kloster Namen Jesu rund zehn Ordensfrauen, welche bis heute der klösterlichen Berufung im ursprünglichen Sinn folgen.

Hostienbäckerei

Seit Jahrzehnten und bis heute produzieren die Schwestern in der eigenen Klosterbäckerei Hostien aus ungesäuertem Brotteig. Jährlich werden zirka 2 Millionen Hostien hergestellt und damit rund 220 Pfarreien beliefert. Der Ertrag stellt einen wichtigen Bestandteil des Einkommens dar. Gebacken wird einmal pro Woche frühmorgens und wer im Gästehaus übernachtet, wacht an diesem Tag mit einem wundervollen, frischen Brotduft in der Nase auf.

Führungen

Auf Wunsch und bei rechtzeitiger Voranmeldung organisieren wir für Gruppen gerne eine Klosterführung inklusive Besichtigung der Hostienbäckerei. Die Schwesterngemeinschaft ist für dieses Engagement auf ein Entgelt angewiesen.